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Erster X-35-WM-Titel geht in die Niederlande

Events Spät aber gewaltig: Die 35 Yachten aus acht Nationen mussten lange warten, bevor sie am Abschlusstag der X-35-WM im Rahmen der 125jährigen Kieler Woche weitere drei Regatten segeln konnten. Mit einer beeindruckenden Serie sicherten sich die Niederländer der „BRS X“ mit Skipper Cees Wieringa nach insgesamt neun Wettfahrten den ersten Weltmeistertitel in der X-35 vor Mark Richmond mit „Cool Running“ und Mati Sepp mit der „Hermes-X“ aus Estland. „Wir haben saubere Starts gefahren, die Dreher immer gut genutzt und bei den wechselnden Winden zwischen vier und 20 Knoten viel an der richtigen Trimmeinstellung gearbeitet. Unser Erfolgsrezept war es, in der Mitte des Kurses zu segeln und konzentriert auf Speed zu fahren“, so der sichtlich zufriedene Taktiker John den Engelsmann von der „BRS X“.

Mati Sepp (Hermes-X) übertraf die eigenen Erwartungen. „Wir sind mit Platz drei mehr als zufrieden“, so der Este. Für Nic Bol, der im Vorjahr bei der Bestenermittlung alles in Grund und Boden gesegelt hatte, blieb Rang vier. Als beste deutsche X-35 landete die „Immac X“ (Christian Soyka/Flensburg) auf Rang sieben. „Unser Taktiker kommt aus Kiel und weiß, wann man im Zweifel nach links segeln sollte. Das haben wir in den richtigen Rennen gemacht und sind damit gut gefahren, zumal wir auch keinerlei Geschwindigkeitsprobleme hatten“, sagte Steuermann Christian Soyka, der mit seiner X-99 „Baltic Bay Laboe“ zahlreiche Siege hamstern konnte. Die Crew um Christian Soyka triumphierte 2004 bei der WM und räumte zudem bei nationalen Meisterschaften im europäischen Raum das Siegersilber ab. In diesem Jahr hat sich das Team eine neue Herausforderung gesucht und wurde damit vom Meister wieder zum Schüler, der schnell gelernt hat.

„Unsere Leistungen am Abschlusstag haben mich schon enttäuscht, aber wir sind glücklich bestes deutsches Schiff zu sein. Und Platz sieben ist in diesem Topfeld ok.“
In der aktuellen Saison konzentriert sich die Crew in einem gemeinsamen Projekt mit der ehemaligen dänischen X-99-Konkurrenz von der „Eriksson“ auf die X-35. Zwar ist das neue Schiff, die „Immac X“, nur rund einen halben Meter länger als die Vorgängerklasse, doch in der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft musste der 44-jährige Steuermann erkennen, dass die X-35 ganz anders zu segeln ist: „Das Schiff ist nicht einfach. Da wir hier im Gegensatz zur X-99 keine überlappenden Segel haben, ist die Einstellung komplett anders. Wir lernen noch jeden Tag dazu.“

Trotz dieses Lernprozesses hat die Crew der „Immac X“ ihren Spaß. „Für mich gibt es nichts Besseres als eine Einheitsklasse, ich habe keine Lust auf Verrechnung. Die X-en sind gut gebaut und haben sich hier etabliert. Da hat man sich bei der Werft richtig Gedanken gemacht“, so Soyka. Das deutsch-dänische Gespann freut sich über die Freundschaften, die man im Laufe gemeinsamer X-99-Zeiten aufbauen konnte. Daher lässt man sich auch von der Entfernung zwischen den Wohnorten Bremerhaven und Kopenhagen nicht davon abhalten, so oft es geht gemeinsam aufs Boot zu steigen und die X-35 kennen zu lernen. Und mit einem siebenten Platz und als beste deutsche Crew abzuschließen erhöht den Spaßfaktor natürlich auch.
Torsten Bastiansen und die amtierende IMS-Vizeweltmeistercrew der „no limits“ (IMS III) belegte mit der „Xen“ (Flensburg) Rang neun.

„Um in diesem Feld auf das Treppchen zu kommen, muss man immer unter die ersten Fünf kommen. Und das ist bei dieser Leistungsdichte nicht so leicht“, resümierte Bastiansen. Ein Frühstart im letzten Rennen verhinderte ein besseres Abschneiden. Dasselbe Schicksal ereilte Dirk Manno mit seiner „MannOMann“, der sich von Rennen zu Rennen weiter nach vorn geschoben hatte. Am Ende blieb Rang zwölf.
Die übrigen deutschen X-en hatten ihre Chancen bereits am vorletzten Regattatag verspielt. „Excitement“-Taktiker Thomas Jungblut ärgerte sich vor allem über das letzte Freitag- Rennen. „Bis zur Zielkreuz haben wir das Feld angeführt und sind dann noch auf Platz zwölf durchgereicht worden.“ Am Ende belegte die „Excitement“ (Dreyer/Kiel) Rang elf.

Nicht minder enttäuscht war Achim Griese (Hamburg). „Egal, was ich am Freitag entschieden habe, es war falsch“, so der Olympia-Ausschussvorsitzende des DSV, der am Tag zuvor noch so viel Selbstvertrauen versprüht hatte. „Wir haben genügend Geschwindigkeit. Wir dürfen nur keine Fehler machen“, so Griese. Doch gerade die wurden gemacht.
„Wir haben alles selbst verschuldet“, haderte auch Tom Ross („four sea“) am Ende mit Platz 27. Doch mit dem Ablauf der X-35-Weltmeisterschaft war der Organisationsleiter sehr zufrieden. „Es war ein echtes Highlight der Kieler Woche 2007. Und es war sportlich extrem hochwertig“, schwärmte Ross.

Topten X-35 World Championship

1. BRS X, Cees Wieringa (NED)35,00;
2. Cool Running, Mark Richmond (GBR) 39,00;
3. Hermes – X, Mati Sepp (EST) 49,00,
4. Quantum Racing, N. Bol (NED) 53,00;
5. Just 4 fun, Albert Kooijman (NED) 71,00;
6. N.N., Dag Usterud (NOR) 78,00;
7. Immac X, Christian Soyka (Flensburg) 82,00;
8. Who´s Next, Alwin van Daelen (NED) 90,00,
9. Xen, Torsten Bastiansen (Flensburg) 96,00;
10. Magic Marine, Martin Baas (NED) 98,00

Herman Hell

Veröffentlicht am Samstag, 23.Juni. @ 22:51:00 CEST von Frank
 
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